BÜHNE

Fremde

Societätstheater Dresden, März 2007
Konzept und Spiel: Heiki Ikkola, Sabine Köhler
Kostüme: Maike Storf

Der Ausgangspunkt ist eine alte Inuitgeschichte. Ein Eismeerfischer macht einen grausigen Fund, er trifft auf das Skelett einer Frau.

Dargestellt wird dies mit einer Puppe und 15 Bambusstäben, die von zwei SpielerInnen gemeinsam animiert werden. Die beiden SpielerInnen verlassen immer wieder das Geschehen der Geschichte und sezieren Gefühls- und Gedankenwelten von Menschen, die sich mit Fremdheit auseinander setzen müssen. Es entwickelt sich eine Verkettung von assoziativen Szenen, Bildern und Tänzen.

Der Raum ist begrenzt durch zwei große Flächen aus Lochplatten. Sie sind Darstellungs- und Projektionsfläche und ermöglichen zugleich ein Spiel mit dem Innen und Außen. Licht hinter der Rückwand unter dem Boden schafft Irritation. Es markiert Brüche in der Erzählweise und erzeugt Überhöhung in Szenen, die von Angst handeln. Die Löcher in den Platten dienen zugleich als Halterung für dünne Bambusstangen und Versteck für Zettel, auf denen Botschaften an den Fischer stehen. Die Bambusstangen hängen in einer Konstruktion aus über Rollen geführten Fäden und Gegengewichten und können so leicht von den SpielerInnen bewegt werden. Im Verlauf des Stückes entstehen daraus verschiedene Strukturen, die den Raum verdichten.